Willkommen in der vierten Woche

Woche 4 | Lektion 1

Woche 4: Hilfe annehmen

Nackenverspannungen und Rückenschmerzen sind häufige Stressanzeiger. Die Last, die Sie als Angehörige/r tragen, ist vielfältig und es ist nicht verwunderlich, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen alles zu viel wird oder bereits zu viel ist. Einerseits sind es psychische Probleme, die bedrücken und andererseits physische Aufgaben, mit denen Sie tagtäglich konfrontiert sind.

In Gesprächen berichten Angehörige immer wieder, dass sie zwar wissen, dass sie nicht mehr können – trotzdem gehen sie über ihre Grenzen und nehmen mehr und mehr auf sich. Die Übungen in dieser Woche sollen Ihnen helfen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ohne anschließend ein schlechtes Gewissen oder Schuldgefühle zu bekommen.

Warum es schwerfällt, Hilfe anzunehmen

Die Gründe, warum es Menschen schwerfällt Hilfe anzunehmen, sind vielfältig. Manchmal sind es gerade überaus hilfsbereite Menschen, die entweder selbst gar nicht um Hilfe bitten oder auch angebotene nicht annehmen können. Manche möchten sich nicht helfen lassen, um nicht in jemandes Schuld zu stehen oder weil sie glauben, es ganz alleine schaffen zu müssen. Manchen fällt es wiederum schwer, die Kontrolle abzugeben und/oder weil sie glauben, niemand könne es so gut, wie sie selbst. Manchmal resultiert es aus mangelndem Vertrauen.

Genauso gut können Schuldgefühle, dem erkrankten Menschen gegenüber, dahinter stecken. Aus diesen kann unbewusst die Verpflichtung entstanden sein, alles Menschenmögliche (und mehr) zu tun. Dies alles passiert häufig sogar im Wissen, dass es die eigene Gesundheit und Lebensqualität massiv beeinträchtigt.

Den Notruf müssen Sie wählen

Viele Angehörige ergreifen Rettungsringe dann, wenn Sie einen Nutzen in der Aufgabe des eigenen Tuns sehen. Eines der gewichtigsten Argumente ist, Zeit mit dem Erkrankten genießen zu können, wenn „man sich nicht mehr um alles kümmern muss“. Denken Sie zum Beispiel einmal spontan daran, was Sie und die/der Erkrankte gemeinsam gut tun könnte. Die Sorge um die eigene Gesundheit wird bei Treffen von Angehörigen, die jemanden pflegen, als weiterer triftiger Grund angeführt, warum sie dann doch eingelenkt und Hilfe angenommen haben.

Immer wieder hört man auch, dass andere nicht hilfsbereit sind und einem gar keine Unterstützung angeboten wird. Das wiederum passiert besonders oft Menschen, die „alles gleichzeitig schupfen“ und in keiner Weise den Eindruck erwecken, dass sie nicht mehr können. Wir müssen uns mitteilen, wenn wir Hilfe brauchen und nicht aus Stärke oder Scham so tun, als ob alles in Ordnung wäre. Wenn’s brennt wählen Sie ja auch die Nummer der Feuerwehr und holen Hilfe, um den Brand zu löschen… In dieser Woche möchten wir Ihre Rettung sein und Sie bei der Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen.

„Anfänglich war es schwer, Freunde und Familie um Hilfe zu bitten. Ich wollte nie jemandem zur Last fallen, obwohl ich selbst sehr hilfsbereit bin. Ich war sehr verwundert, als ich merkte, dass sie es gern taten und ich in ihren Augen keineswegs als schwach abgestempelt wurde.“

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